Übertitel oder Jahreszahl: September 2015

Der neue Hauptbahnhof

Photo credit: ©Grazer Volkspartei

Sub Titel: Der neue Hauptbahnhof

Content Titel: Die Tram als erste U-Bahn

Ein wahres Mammut-Projekt von überregionaler Bedeutung konnte von der Stadt Graz gemeinsam mit Land Steiermark und dem Bund gestemmt und 2015 seiner Bestimmung übergeben werden: Der Grazer Hauptbahnhof wurde mit einem Aufwand von 260 Millionen Euro zu einem hochmodernen Verkehrsknoten ausgebaut. Wegen seiner architektonisch auffälligen Bauweise mit einer ovalen, golden schimmernden Überdachung wurde er nach einem Wettbewerb einer großen Tageszeitung in der Folge mit dem Namen „Golden Eye“ bedacht.

Im Hinblick auf die neuen Verkehrsanbindungen (Koralmbahn, Semmeringtunnel) und die zu erwartenden Frequenzsteigerungen galt es auch den Grazer Hauptbahnhof, der täglich von 30.000 Fahrgästen bevölkert wird, zukunftsfit zu machen. So nutzte Graz die gemeinsamen Anstrengungen mit dem Land Steiermark und der ÖBB, um die Anbindungen des regionalen Öffentlichen Verkehrs an die nationalen und internationalen Verbindungen herzustellen. So sind die Tram-Linien 1, 3, 6 und 7 seither unmittelbar mit der ÖBB-Bahnstrecke verknüpft.

Der baulich wohl aufwändigste Abschnitt betraf die bereits im Jahr 2012 fertiggestellte  Unterführung: die Straßenbahn verschwindet in der Annenstraße unter die Erde und kommt erst in der Eggenberger Straße wieder an die Oberfläche, was ein signifikante Entlastung für den Verkehr auf der Oberfläche bedeutet. Wenn man so will ist die Straßenbahntrasse unter dem Hauptbahnhof also die erste Grazer U-Bahn – wenn auch nur auf einigen hundert Metern Länge.

Das gesamte Projekt „Graz Hauptbahnhof 2020″ umfasste neben der Nahverkehrsdrehscheibe auch den Ausbau sämtlicher Infrastrukturen wie den Süd- und Nordkopf des Bahnhofs, die Adaptierung der Bahnsteig- und Gleisanlagen, die Verlängerung von Bahnsteigen und den Neubau des nördlichen Personentunnels sowie dessen Verlängerung bis in die Waagner-Biro-Straße. Maßnahmen für Menschen mit Behinderung, moderne Leitsysteme und Verbesserungen für PendlerInnen sowie umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen für die Grazer Wohnbevölkerung rundeten das ehrgeizige Programm ab.

Mittlerweile sind in Graz weiter, wenn auch weniger aufwändige, aber dennoch wichtige Nahverkehrsknoten (Puntigam, Don VBosco) Realität geworden, und auch die Pläne für zumindest einen weiteren Nahverkehrsknoten sind gereift: In Gösting soll – unabhängig von den Plänen zum Bau einer Mini-Metro – in jedem Fall eine weitere Schnittstelle errichtet werden, welche den städtischen ÖV mit den ÖBB-Zügen verbindet.

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